
Webtechnologie Auswahl – Der ultimative Guide

Einleitung: Das teure Schweigen im Meetingraum
Die Webtechnologie Auswahl ist oft der heikelste Moment in jedem neuen Projekt. Ich erinnere mich an ein Kick-off-Meeting vor einigen Jahren. Ein großer Kunde, ambitionierte Ziele, ordentliches Budget. Der CEO lehnte sich zurück und fragte: „Also, womit bauen wir das Ding? WordPress? Typo3? Oder dieses neue... React?“
Im Raum wurde es still. Ich spürte, wie mein Puls stieg. Warum? Weil diese Frage eine Falle ist. Antworte ich „WordPress“, hält er mich für einen Bastler. Sage ich „Custom Framework“, sieht der CFO die Kosten explodieren.
Doch die Wahrheit ist: Es gibt nicht das beste System. Es gibt nur das passende Werkzeug für den Job. Eine falsche Webtechnologie Auswahl am Anfang bezahlst du später mit technischen Schulden, Sicherheitslücken oder einem teuren Relaunch. Dieser Guide ist dein Kompass durch den Dschungel der Möglichkeiten.
1. Der Klassiker: WordPress vs. Contao (Das Fertighaus)
Wenn wir über die grundlegende Webtechnologie Auswahl sprechen, landen wir meist zuerst bei den monolithischen Systemen. Stell dir vor, du kaufst ein Fertighaus. Wände, Dach, Leitungen – alles ist schon da. Du musst nur noch tapezieren.

WordPress: Der bunte Jahrmarkt. Riesig, laut, für alles gibt es ein Plugin. Perfekt für den schnellen Start, aber oft ein Sicherheitsrisiko.
Contao: Das deutsche Architektenhaus. Strukturiert, stabil, sicher. Vielleicht weniger "hip", aber ein Fels in der Brandung.
Die Entscheidung: Willst du einen riesigen Marktplatz an Erweiterungen oder eine solide, wartungsarme Struktur?
Deep-Dive lesen: WordPress vs. Contao – ehrlicher Vergleich aus Entwickler-Sicht
2. Die Maßanfertigung: CMS oder Framework?
Manchmal passt das Fertighaus nicht auf das Grundstück. Hier stehen wir vor der nächsten Stufe der Webtechnologie Auswahl: Nehmen wir ein CMS oder bauen wir mit einem Framework (wie Laravel oder Symfony) alles selbst?

Ein Framework ist kein Haus, sondern ein Werkzeugkasten. Du hast maximale Freiheit, trägst aber auch die volle Verantwortung für jede Schraube. Viele Entwickler greifen aus Eitelkeit zum Framework, obwohl ein CMS wirtschaftlich sinnvoller wäre.
Die Entscheidung: Brauchst du wirklich eine komplexe Web-Applikation, oder erfindest du das Rad gerade neu?
Deep-Dive lesen: CMS oder Framework – wann lohnt sich was?
3. Der schnelle Weg: Page Builder vs. Custom Development
Auch innerhalb von CMS-Systemen musst du Entscheidungen treffen. Klickst du dir das Design zusammen oder programmierst du es?

Page Builder (Elementor, Divi): Das ist "Malen nach Zahlen". Schnell, visuell, aber der Code im Hintergrund gleicht oft einem Teller Spaghetti – langsam und aufgebläht.
Custom Development: Handgeschriebener Code. Schlank, performant, langlebig. Aber wer bezahlt heute noch dieses Handwerk?
Bei der Webtechnologie Auswahl geht es hier um die Balance zwischen Budget-Effizienz und technischer Qualität.
Deep-Dive lesen: Page Builder vs. Custom Development
4. Die Performance-Frage: Static Site Generatoren vs. Klassische CMS
Dieser Punkt wird oft vergessen, ist aber für High-Performance-Projekte entscheidend. Ein klassisches CMS (dynamisch) baut die Seite bei jedem Besuch neu zusammen – wie ein Theaterstück, das jedes Mal live aufgeführt wird. Ein Static Site Generator (SSG) wie Hugo oder Gatsby erstellt die Seiten einmal vorab. Das Ergebnis sind fertige HTML-Dateien – wie gedruckte Fotos.

Vorteil: Unfassbar schnell und fast unmöglich zu hacken.
Nachteil: Redakteure vermissen oft den Komfort eines "echten" Backends.
Gehört ein SSG in deine Webtechnologie Auswahl? Nur wenn Sicherheit und Speed wichtiger sind als dynamische Funktionen.
Deep-Dive lesen: Static Site Generatoren vs. klassische CMS
5. Der Trendsetter: Headless CMS (Das Restaurant-Prinzip)
Zum Schluss der wohl größte Hype: Headless. Was bedeutet das? Stell dir ein Restaurant vor. Beim klassischen CMS ist die Küche im Gastraum sichtbar. Bei Headless ist die Küche (Daten/Backend) vom Gastraum (Frontend/Webseite) komplett getrennt. Die Kellner (APIs) bringen das Essen dorthin, wo es gebraucht wird – egal ob Webseite, App oder Smartwatch.

Das klingt modern und ist extrem skalierbar. Aber für den Bäcker um die Ecke ist es völliger Overkill. Die Komplexität steigt enorm. Prüfe bei deiner Webtechnologie Auswahl genau: Musst du Inhalte wirklich auf fünf verschiedenen Kanälen ausspielen?
Deep-Dive lesen: Headless CMS: sinnvoll oder Trend?
Es gibt keine „beste“ Lösung
Wir haben uns damals im Meeting übrigens für ein Framework entschieden. Und weißt du was? Es war ein Fehler. Das Projekt wurde zu teuer. Ein solides CMS hätte es auch getan.
Ich habe daraus gelernt: Webtechnologie Auswahl ist kein Wunschkonzert der Entwickler. Sie muss einem geschäftlichen Ziel dienen. Lass dich nicht von Trends blenden. Wenn du nachts ruhig schlafen kannst, weil deine Seite stabil läuft, hast du richtig gewählt.
Klick dich jetzt durch die verlinkten Artikel, um tiefer in die einzelnen Duelle einzutauchen.
Teil der Serie
Entscheidungen & Vergleiche
Webtechnologie Auswahl – Der ultimative Guide Pillar
WordPress vs. Contao – ehrlicher Vergleich aus Entwickler-Sicht
CMS oder Framework: Der Kampf zwischen Bequemlichkeit und Freiheit
Page Builder vs Custom Development – Malen nach Zahlen oder echtes Handwerk?
Static Site Generator vs CMS – Wenn Sicherheit und Speed das Wichtigste sind
Headless CMS: Sinnvoll oder nur ein teurer Trend?
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ausblick: Der erste Kampf
Wir starten direkt mit dem Duell der Giganten. Marktführer gegen Struktur-Genie. WordPress vs. Contao.

Dietrich Bojko
Senior Webentwickler
Webinteger arbeitet seit vielen Jahren produktiv mit Linux-basierten Entwicklungsumgebungen unter Windows.
Der Fokus liegt auf performanten Setups mit WSL 2, Docker, PHP, Node.js und modernen Build-Tools in realen Projekten – nicht auf theoretischen Beispielkonfigurationen.
Die Artikel dieser Serie entstehen direkt aus dem täglichen Einsatz in Kunden- und Eigenprojekten und dokumentieren bewusst auch typische Fehler, Engpässe und bewährte Workarounds.

