
WordPress vs. Contao – ehrlicher Vergleich aus Entwickler-Sicht

Die Entscheidung WordPress vs Contao: Ein Montagmorgen-Drama
Die Entscheidung WordPress vs Contao ist oft mehr als nur eine technische Wahl – sie entscheidet darüber, wie ruhig du nachts schläfst. Kennst du dieses flaue Gefühl im Magen? Es ist Montagmorgen. Du loggst dich ins Backend ein, drückst arglos auf „Plugins aktualisieren“ – und plötzlich: White Screen of Death. Nichts geht mehr.
Genau das ist mir vor drei Jahren mit einer WordPress-Seite passiert. Ein inkompatibles Plugin, ein veraltetes Theme und zack – die Seite des Kunden war offline. In diesem Moment der Panik stellte ich mir eine fundamentale Frage: Muss Webentwicklung eigentlich immer so ein Drahtseilakt sein?
Die Antwort ist: Nein. Heute legen wir die Karten auf den Tisch. Wir klären das Duell WordPress vs Contao endgültig. Der populäre Marktführer gegen den strukturierten Underdog.
Die Philosophie: Jahrmarkt vs. Architektenbüro
Um den Unterschied bei WordPress vs Contao wirklich zu verstehen, brauchen wir eine Analogie.
Stell dir WordPress wie einen riesigen, bunten Jahrmarkt vor. Es ist laut, es ist voll, und an jeder Ecke will dir jemand etwas verkaufen. Du brauchst eine Funktion? Hier, nimm dieses Plugin! Es ist fantastisch für den schnellen Start. Aber wenn du nicht aufpasst, besteht dein Haus irgendwann nur noch aus bunten Anbauten, die mit Klebeband zusammengehalten werden.
Contao hingegen ist ein Architektenbüro. Hier ist es ruhiger. Wenn du hier reinkommst, kriegst du keine bunten Ballons, sondern einen Bauplan. Alles hat seinen festen Platz. Das Fundament ist massiv, die Wände sind gerade. Es dauert vielleicht etwas länger, sich zurechtzufinden, aber wenn das Gebäude steht, dann steht es.

Runde 1: Flexibilität vs. Stabilität im Vergleich
Wer gewinnt im Bereich Flexibilität bei WordPress vs Contao? Du kannst mit WordPress alles bauen. Aber die Flexibilität erkaufst du dir oft mit einem Wust an Code („Bloat“). Für simple Funktionen wie ein Kontaktformular oder SEO-Einstellungen musst du bei WordPress oft externe Plugins installieren.
Contao geht einen anderen Weg. Es ist ein „Core-First“-System. Viele Funktionen sind fest integriert:
Formulargenerator (mächtig und anpassbar)
Newsletter-Tool
Feingranulare Rechteverwaltung
Suchmaschine
Das Fazit in dieser Runde von WordPress vs Contao: Bei WordPress bist du Manager einer wilden Horde von Drittanbieter-Tools. Bei Contao arbeitest du mit einem System aus einem Guss.
Runde 2: Sicherheit und Wartung (Wer schläft ruhiger?)
Lass uns ehrlich sein: WordPress ist das Windows der CMS-Welt. Weil es jeder nutzt, ist es das Lieblingsziel von Hackern. Ein ungepflegtes WordPress ist wie eine offene Haustür.
Contao ist hier der entspannte Türsteher. Durch die strikte LTS-Politik (Long Term Support) und die saubere Architektur hast du weniger Angriffsfläche. Updates laufen meistens geräuschlos ab. Im direkten Sicherheitsvergleich WordPress vs Contao gewinnt für mich klar das deutsche System.

Runde 3: Die Technik unter der Haube
Hier wird es technisch – aber entscheidend für deine Wahl zwischen WordPress vs Contao. WordPress schleppt Code-Altlasten mit sich herum, um kompatibel zu bleiben. Das führt oft zu "Spaghetti-Code".
Contao basiert seit Version 4 auf dem Symfony Framework. Das ist der Goldstandard in der PHP-Welt.
Sauberes Routing
Composer für Paketverwaltung
Professionelles Caching
Für Entwickler, die sauberen Code lieben, ist Contao oft die angenehmere Umgebung.
Entscheidungshilfe: Wann nehme ich was?
Wir wollen keine Schablonen verwenden. Hier ist die harte Wahrheit zur Entscheidung WordPress vs Contao:
Nimm WordPress, wenn:
Das Budget knapp ist und die Zeit drängt.
Der Kunde später selbst wild am Design basteln will (Page Builder).
Marketing-Tools und Integrationen oberste Priorität haben.
Greif zu Contao, wenn:
Du eine komplexe Unternehmenswebsite mit vielen Inhaltstypen baust.
Langlebigkeit und Sicherheit wichtiger sind als der schnelle „Wow-Effekt“.
Du als Entwickler sauberen Code bevorzugst.
Teil der Serie
Entscheidungen & Vergleiche
Webtechnologie Auswahl – Der ultimative Guide Pillar
WordPress vs. Contao – ehrlicher Vergleich aus Entwickler-Sicht
CMS oder Framework: Der Kampf zwischen Bequemlichkeit und Freiheit
Page Builder vs Custom Development – Malen nach Zahlen oder echtes Handwerk?
Static Site Generator vs CMS – Wenn Sicherheit und Speed das Wichtigste sind
Headless CMS: Sinnvoll oder nur ein teurer Trend?
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie geht es weiter?
Wir haben jetzt die beiden besten "Fertighäuser" am Markt verglichen. Du weißt, ob du eher der Typ für den bunten Jahrmarkt (WordPress) oder das strukturierte Architektenbüro (Contao) bist.
Aber was passiert, wenn dein Kunde plötzlich Anforderungen stellt, die kein Plugin der Welt lösen kann?
Was, wenn du kein Standard-Haus bauen sollst, sondern eine komplexe Maßanfertigung mit Pool auf dem Dach, Geheimgängen im Keller und einer Anbindung an die Kaffeemaschine? Dann stoßen wir mit WordPress und Contao an harte Grenzen. Dann verlassen wir die Welt der Fertighäuser und gehen direkt in den Baumarkt, um das Material selbst auszusuchen.
Im nächsten Teil wird es puristisch. Wir legen den Sicherheitsgurt an und fragen uns: Wann lohnt es sich, auf den Komfort eines CMS zu verzichten und alles von Hand zu bauen?
Hier geht es zum nächsten Teil: CMS oder Framework – wann lohnt sich der Aufwand wirklich?

Dietrich Bojko
Senior Webentwickler
Webinteger arbeitet seit vielen Jahren produktiv mit Linux-basierten Entwicklungsumgebungen unter Windows.
Der Fokus liegt auf performanten Setups mit WSL 2, Docker, PHP, Node.js und modernen Build-Tools in realen Projekten – nicht auf theoretischen Beispielkonfigurationen.
Die Artikel dieser Serie entstehen direkt aus dem täglichen Einsatz in Kunden- und Eigenprojekten und dokumentieren bewusst auch typische Fehler, Engpässe und bewährte Workarounds.


