
Page Builder vs Custom Development – Malen nach Zahlen oder echtes Handwerk?

Page Builder vs Custom Development: Der Traum vom Klicken
Die Entscheidung Page Builder vs Custom Development ist eine der ersten und wichtigsten Weichenstellungen für deine neue Website. Früher brauchte man HTML-Kenntnisse, um eine Überschrift fett zu machen. Heute gibt es Page Builder wie Elementor, Divi oder WPBakery. Das Versprechen: Du brauchst keinen Entwickler mehr.
Das klingt verlockend. Aber wie sieht die Realität nach sechs Monaten aus? Die Seite wird langsam, Updates machen Probleme. Heute stellen wir die Frage aller Fragen im Webdesign: Page Builder vs Custom Development – ist der schnelle Weg wirklich der beste?
Die Analogie: Malen nach Zahlen vs. Die weiße Leinwand
Um den Unterschied bei Page Builder vs Custom Development zu verstehen, gehen wir in die Kunst.
Ein Page Builder ist wie Malen nach Zahlen. Du hast vorgefertigte Felder und Farben. Es geht schnell, du kannst (fast) nichts falsch machen, und das Ergebnis sieht auf den ersten Blick professionell aus.
Das Problem: Du kannst nur das malen, was der Hersteller vorgesehen hat. Wenn du die Linie ändern willst, bricht das System zusammen.
Custom Development (individuelle Theme-Entwicklung) ist eine weiße Leinwand. Ein erfahrener Entwickler schreibt den Code von Hand. Er nutzt HTML, CSS und PHP, um exakt das Design umzusetzen, das gewünscht ist.
Der Vorteil: Jeder Pinselstrich sitzt. Es gibt keinen überflüssigen Code.

Runde 1: Der "Bloat"-Faktor im Vergleich
Im Duell Page Builder vs Custom Development gibt es einen klaren Verlierer beim Thema Performance: den Page Builder.
Ein Baukasten muss auf jeden möglichen Anwendungsfall vorbereitet sein. Er lädt Skripte für Slider, Animationen und Maps – auch wenn du sie gar nicht nutzt. Das nennt man "Code Bloat". Stell dir vor, du gehst zum Bäcker, ziehst dir aber vorsichtshalber 5 Winterjacken und Taucherflossen an. Genau das macht ein Page Builder mit deiner Website.
Bei der Betrachtung Page Builder vs Custom Development ist handgeschriebener Code radikal effizienter. Ich schreibe nur den Code, der für diese spezifische Seite gebraucht wird.
Das Ergebnis: Top-Werte bei Google Core Web Vitals und glückliche Nutzer am Handy.
Runde 2: Wartbarkeit und "Lock-in" Effekt
Ein weiterer kritischer Punkt bei Page Builder vs Custom Development ist die Abhängigkeit. Beim Page Builder bist du im "Vendor Lock-in". Wenn du Elementor deaktivierst, verschwindet dein Design und hinterlässt oft einen Haufen "Shortcodes" (Textmüll). Du bist an das Plugin gebunden.
Bei Custom Development (wenn es sauber nach Standards gebaut ist), sind Inhalt und Design getrennt. Du kannst das Theme wechseln, und deine Texte bleiben sauber erhalten. Aber Vorsicht: Auch "Custom" kann schlecht sein, wenn der Entwickler schlampt.

Entscheidungshilfe: Wann lohnt sich was?
Wir wollen ehrlich sein: Nicht jedes Projekt braucht Custom Code. Hier ist die Entscheidungshilfe für Page Builder vs Custom Development:
Nimm einen Page Builder, wenn:
Budget & Zeit: Du hast weniger als 3.000 € und es muss schnell gehen.
Marketing: Du baust Landingpages, die sich wöchentlich ändern.
Prototyping: Du willst eine Idee schnell testen (MVP).
Investiere in Custom Development, wenn:
Performance: Ladezeit und SEO sind geschäftskritisch (z.B. E-Commerce).
Corporate Identity: Das Design muss pixelgenau stimmen und darf nicht "nach Baukasten" aussehen.
Langlebigkeit: Die Website soll Jahre stabil laufen, ohne dass ein Plugin-Update das Design zerschießt.
Fast Food oder 5-Gänge-Menü?
Der Vergleich Page Builder vs Custom Development ist wie Fast Food gegen ein Restaurant. Der Burger von McDonald's (Page Builder) ist billig, schnell fertig und macht satt. Manchmal ist das genau das, was du willst. Aber wenn du ein Geschäftsessen hast oder gesund leben willst, gehst du ins Restaurant (Custom Development). Es dauert länger, kostet mehr, aber die Qualität ist eine andere Liga.
Teil der Serie
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie geht es weiter?
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Im nächsten Teil schauen wir uns die Formel-1 der Webentwicklung an.
Im nächsten Teil: Static Site Generatoren vs. Klassische CMS – Wenn Sicherheit und Speed das Wichtigste sind

Dietrich Bojko
Senior Webentwickler
Webinteger arbeitet seit vielen Jahren produktiv mit Linux-basierten Entwicklungsumgebungen unter Windows.
Der Fokus liegt auf performanten Setups mit WSL 2, Docker, PHP, Node.js und modernen Build-Tools in realen Projekten – nicht auf theoretischen Beispielkonfigurationen.
Die Artikel dieser Serie entstehen direkt aus dem täglichen Einsatz in Kunden- und Eigenprojekten und dokumentieren bewusst auch typische Fehler, Engpässe und bewährte Workarounds.


