
LCP, CLS & INP optimieren: So beheben Sie die nervigsten Fehler

Sie müssen dringend LCP, CLS & INP optimieren, weil Sie rote Balken in den PageSpeed Insights sehen? Kennen Sie das Gefühl? Sie öffnen die Google Search Console, klicken auf "Core Web Vitals" und sehen: Rot. "URLs erfordern eine Verbesserung". Für viele Website-Betreiber ist das ein Schockmoment. Doch atmen Sie tief durch.
Wenn Sie LCP, CLS und INP optimieren, tun Sie das nicht nur für einen grünen Score. Sie tun es, weil jede Verbesserung hier direkt auf die Zufriedenheit Ihrer Nutzer einzahlt. Ein behobener CLS-Fehler bedeutet, dass kein Kunde mehr aus Versehen auf den falschen Button klickt. Ein verbesserter LCP bedeutet, dass Ihre Marke sofort sichtbar ist.
In diesem Praxis-Guide gehen wir die drei häufigsten "Patienten" durch. Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie nachhaltig LCP, CLS & INP optimieren.

1. LCP optimieren: Wenn das Hauptbild auf sich warten lässt
Das Problem: Der "Largest Contentful Paint" (LCP) ist meistens das große Bild im Header oder die H1-Überschrift. Wenn der Wert über 2,5 Sekunden liegt, meckert Google. Die Ursache: Der Browser entdeckt das Bild zu spät, oder das Bild ist viel zu groß.
Die Lösungen:
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Der
Preload-Trick: Helfen Sie dem Browser auf die Sprünge. Fügen Sie im<head>Ihrer Seite einen Link hinzu, der dem Browser sagt: "Hey, lade dieses Bild sofort, es ist wichtig!"<link rel="preload" as="image" href="mein-hero-bild.webp"> -
Weg mit Lazy Loading im Header: "Lazy Loading" (spätes Laden) ist toll für Bilder weiter unten. Aber für das allererste Bild oben ist es Gift! Deaktivieren Sie Lazy Loading für das LCP-Element.
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Formatwechsel: Nutzen Sie WebP oder AVIF statt alter JPGs. Das reduziert die Dateigröße oft um 50% ohne Qualitätsverlust.

2. CLS verhindern: Schluss mit dem Springteufel
Das Problem: Elemente verschieben sich während des Ladens. Der Text rutscht weg, Bilder ploppen rein und drücken alles nach unten. Die Ursache: Dem Browser wurde nicht gesagt, wie viel Platz ein Bild oder eine Anzeige braucht bevor sie geladen ist.
Die Lösungen:
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Platz reservieren (Aspect Ratio): Geben Sie jedem Bild und jedem Video immer
widthundheightAttribute im HTML mit. So weiß der Browser: "Aha, hier muss ich eine Box von 800x600 Pixeln freihalten", auch wenn das Bild noch gar nicht da ist.<img src="https://www.example.com/foto.jpg" width="800" height="600" ...> -
Schriftarten zähmen: Webfonts laden oft etwas später. Bis dahin zeigt der Browser entweder gar nichts oder eine Systemschrift. Wenn die Webfont dann "reinspringt", verschiebt sich der Text. Nutzen Sie CSS
font-display: swap, um das zu glätten, oder gleichen Sie die Zeilenhöhen der Ersatzschrift an.

3. INP optimieren: Reaktionszeit wie ein Sportwagen
Das Problem: Der Nutzer klickt, aber die Seite "friert" kurz ein. Google nennt das "schlechte Responsiveness". Die Ursache: Der Haupt-Prozessor (Main Thread) des Browsers ist beschäftigt. Er rechnet gerade an einem riesigen JavaScript-Paket (z.B. Tracking, Chat-Bots, Slider) und hat keine Zeit, den Klick zu verarbeiten.
Die Lösungen:
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JavaScript auf Diät setzen: Prüfen Sie kritisch: Brauchen wir wirklich 5 verschiedene Tracking-Tools und den Facebook-Pixel und den LinkedIn-Tag? Jedes Skript kostet Rechenzeit.
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Aufgaben aufteilen: Entwickler sollten "Long Tasks" (Aufgaben, die länger als 50ms dauern) aufbrechen. Das ist wie beim Essen: Statt den ganzen Apfel auf einmal zu schlucken (und zu ersticken), schneiden wir ihn in Stücke. So kann der Browser zwischendurch "atmen" und auf Klicks reagieren.
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Defer & Async: Laden Sie Skripte, die nicht sofort wichtig sind, verzögert (
deferAttribut im Script-Tag).

Fazit: Grüne Balken sind machbar
Das Projekt LCP, CLS & INP optimieren wirkt oft wie ein Kampf gegen die Hydra: Löst man ein Problem, taucht woanders ein neues auf. Aber lassen Sie sich nicht entmutigen. Fangen Sie mit den "Low Hanging Fruits" an: Bilder komprimieren (LCP) und Platzhalter definieren (CLS). Das löst oft schon 80% der Probleme. Das tiefe JavaScript-Tuning (INP) ist dann der Schritt für die Profis.
Profi-Tipp: Wenn Sie Änderungen gemacht haben, gehen Sie in die Google Search Console und klicken Sie bei der Fehlermeldung auf "Fehlerbehebung überprüfen". Google testet dann über die nächsten 28 Tage, ob die echten Nutzer nun glücklicher sind.
Apropos Bilder: Sie sind oft der größte Hebel für den LCP. Aber wie komprimiert man sie richtig, ohne dass sie pixelig aussehen? Und was ist eigentlich dieses AVIF? Darum kümmern wir uns im nächsten Deep Dive.
Teil der Serie
Website Performance Masterclass
Website Performance Masterclass: Der ultimative Guide zur blitzschnellen Seite Pillar
Warum ist meine Website langsam? Die 7 häufigsten Ursachen & die Diagnose
Core Web Vitals einfach erklärt: Was Entwickler und Kunden wissen müssen
LCP, CLS & INP optimieren: So beheben Sie die nervigsten Fehler
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Das Auge isst mit (aber es soll nicht warten)
Wir haben gelernt: Große Bilder sind oft der Hauptgrund für einen schlechten LCP. Aber einfach nur die Qualität runterzuschrauben, ist keine Lösung – Ihre Website soll ja brillant aussehen.
Im nächsten Teil der Web Performance Masterclass widmen wir uns der Kunst der Bilder-SEO. Wir vergleichen WebP mit AVIF, erklären Responsive Images und zeigen, wie Sie visuelle Pracht mit minimaler Dateigröße vereinen.
Nächster Artikel: Bilder richtig optimieren für moderne Websites

Dietrich Bojko
Senior Webentwickler
Webinteger arbeitet seit vielen Jahren produktiv mit Linux-basierten Entwicklungsumgebungen unter Windows.
Der Fokus liegt auf performanten Setups mit WSL 2, Docker, PHP, Node.js und modernen Build-Tools in realen Projekten – nicht auf theoretischen Beispielkonfigurationen.
Die Artikel dieser Serie entstehen direkt aus dem täglichen Einsatz in Kunden- und Eigenprojekten und dokumentieren bewusst auch typische Fehler, Engpässe und bewährte Workarounds.

