
Website schneller machen: 10 Tipps für den sofortigen Turbo

Sie wollen Ihre Website schneller machen, haben aber keine Zeit, wochenlang Informatik zu studieren? Das müssen Sie auch nicht. Oft reichen schon kleine Änderungen an den richtigen Stellschrauben, um spürbare Ergebnisse zu erzielen. Wir nutzen hier das Pareto-Prinzip: Mit 20% des Aufwands erreichen wir oft 80% der möglichen Performance-Steigerung.
Egal ob Sie WordPress, Contao oder Laravel nutzen – die physikalischen Gesetze des Internets gelten für alle. In dieser Checkliste haben wir die effektivsten Maßnahmen gebündelt, um Ihre Website schneller machen zu können, ohne den Code komplett neu schreiben zu müssen.

1. Caching aktivieren (Der wichtigste Hebel)
Wenn Sie nur eine Sache tun, dann diese: Aktivieren Sie Caching. Ohne Cache muss der Server bei jedem Besuch die Seite neu "berechnen". Mit Cache liefert er eine fertige Kopie aus. Das reduziert die Antwortzeit oft von 1 Sekunde auf 0,05 Sekunden.
WordPress: Nutzen Sie Plugins wie WP Rocket oder W3 Total Cache.
Hosting: Fragen Sie Ihren Hoster nach "Server-Side Caching" (z.B. NGINX FastCGI).
2. GZIP oder Brotli Komprimierung nutzen
Stellen Sie sich vor, Sie setzen sich auf Ihren Koffer, damit mehr reinpasst. GZIP und Brotli machen das gleiche mit Ihren Daten. Sie komprimieren Textdateien (HTML, CSS, JS) vor dem Versand. Brotli ist dabei noch effizienter als GZIP. Check: Testen Sie auf Giftofspeed.com, ob GZIP bei Ihnen aktiv ist.
3. PHP-Version aktualisieren
Nutzen Sie noch PHP 7.4? Das ist ein Sicherheitsrisiko und eine Performance-Bremse. PHP 8.1 oder 8.2 führen Code bis zu 50% schneller aus. Ein Klick im Hosting-Panel genügt oft, um die Website schneller machen zu können.

4. Code Minifizieren (Leerzeichen raus)
Entwickler schreiben Code mit vielen Leerzeichen und Kommentaren, damit er lesbar ist. Maschinen brauchen das nicht. "Minification" entfernt diesen Ballast. Eine CSS-Datei kann so 30% kleiner werden.
Tipp: Viele Caching-Plugins haben eine Checkbox "Minify CSS/JS". Haken setzen, fertig.
5. Plugin-Diät halten
Jedes Plugin lädt eigene Skripte und Styles. Fragen Sie sich bei jedem Plugin: "Brauche ich das wirklich?" Ein Slider-Plugin, das nur auf einer Unterseite genutzt wird, aber auf allen Seiten lädt, ist ein Performance-Killer. Deaktivieren und löschen Sie alles Überflüssige.
6. Datenbank bereinigen
Besonders CMS wie WordPress speichern jede Änderung an einem Beitrag als "Revision". Nach einem Jahr haben Sie tausende unnötige Einträge, die die Datenbank verstopfen. Tools wie WP-Optimize räumen diesen Müll raus und machen die Datenbank-Abfragen wieder flott.

7. WebP statt JPG/PNG
Wir haben es in Teil 4 gelernt: Nutzen Sie moderne Bildformate. Plugins wie Imagify oder ShortPixel konvertieren Ihre alten Bilder automatisch in WebP. Das spart massiv Datenvolumen.
8. Lazy Loading nutzen
Laden Sie Bilder und Videos erst, wenn der Nutzer hinscrollt. Das reduziert die initiale Ladezeit drastisch und verbessert den LCP-Wert. Fügen Sie einfach loading="lazy" in Ihre Bild-Tags ein oder nutzen Sie ein Plugin.
9. Google Fonts lokal laden
Fonts von Google-Servern zu laden, ist in der EU datenschutzrechtlich schwierig und oft langsam (zusätzlicher DNS-Lookup). Laden Sie die Schriftarten herunter und binden Sie sie lokal von Ihrem eigenen Server ein. Das ist schneller und DSGVO-konform.
10. Nutzen Sie ein CDN (für internationale Seiten)
Wenn Ihre Besucher aus der ganzen Welt kommen, nutzen Sie ein Content Delivery Network (z.B. Cloudflare). Ein CDN speichert Kopien Ihrer Bilder auf Servern weltweit. Ein Besucher aus New York bekommt die Daten dann aus New York, nicht aus Ihrem Rechenzentrum in Frankfurt.

Fazit: Speed ist eine Daueraufgabe
Sie sehen: Es gibt viele Wege, wie Sie Ihre Website schneller machen können. Fangen Sie oben an und arbeiten Sie sich durch die Liste. Schon die ersten drei Punkte (Caching, GZIP, PHP-Update) bewirken oft Wunder.
Doch Vorsicht: Allgemeine Tipps bringen Sie weit, aber irgendwann stoßen Sie an die Grenzen Ihres Systems. Ein Contao-CMS tickt anders als ein Laravel-Shop. Um das letzte Quäntchen Performance herauszukitzeln, müssen wir die Werkzeuge wechseln.
Teil der Serie
Website Performance Masterclass
Website Performance Masterclass: Der ultimative Guide zur blitzschnellen Seite Pillar
Warum ist meine Website langsam? Die 7 häufigsten Ursachen & die Diagnose
Core Web Vitals einfach erklärt: Was Entwickler und Kunden wissen müssen
LCP, CLS & INP optimieren: So beheben Sie die nervigsten Fehler
Bilder richtig optimieren für moderne Websites: Scharf, aber schlank
Server vs. Frontend Performance: Wo liegt die Bremse wirklich?
Lighthouse vs. reale Nutzerdaten: Warum ein 100er Score lügen kann
Website schneller machen: 10 Tipps für den sofortigen Turbo
Contao Performance optimieren: Der Speed-Guide für das CMS
Laravel Performance optimieren: Tuning für High-Speed Applikationen
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Spezial-Wissen: Den Contao-Turbo zünden
Sie nutzen Contao als CMS? Dann reicht allgemeines Wissen nicht aus. Contao hat mächtige eingebaute Funktionen für Caching und Bildverwaltung, die viele Nutzer gar nicht kennen (oder falsch eingestellt haben).
Im nächsten Teil unserer Web Performance Masterclass widmen wir uns exklusiv dem Contao-System. Wir zeigen die perfekten Einstellungen für system/config, erklären den internen Cache und wie Sie das Beste aus diesem großartigen CMS herausholen.
Nächster Artikel: Contao Performance Guide – Den CMS-Turbo zünden

Dietrich Bojko
Senior Webentwickler
Webinteger arbeitet seit vielen Jahren produktiv mit Linux-basierten Entwicklungsumgebungen unter Windows.
Der Fokus liegt auf performanten Setups mit WSL 2, Docker, PHP, Node.js und modernen Build-Tools in realen Projekten – nicht auf theoretischen Beispielkonfigurationen.
Die Artikel dieser Serie entstehen direkt aus dem täglichen Einsatz in Kunden- und Eigenprojekten und dokumentieren bewusst auch typische Fehler, Engpässe und bewährte Workarounds.


